Phishing-Welle im Namen des Rundfunkbeitragsservice
Seit Anfang Mai 2026 rollt eine breit angelegte Phishing-Kampagne durch deutsche Postfächer. Kriminelle versenden gefälschte E-Mails im Namen des ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice und fordern Empfänger auf, den aktuellen Rundfunkbeitrag per Sofortüberweisung auf ein fremdes Konto zu zahlen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat die Welle am 11. Mai 2026 öffentlich gewarnt, der Beitragsservice selbst hat einen Sicherheitshinweis auf seiner Website veröffentlicht.
Wie die Masche funktioniert
Die E-Mails tragen den Betreff „Ihr Zahlungsplan für den Rundfunkbeitrag ab 2026“ und behaupten, der Beitragsservice stelle seine Zahlungsmitteilungen künftig vollständig auf digitalen E-Mail-Versand um. Dazu werden die bisherigen Zahlungstermine angeblich angepasst. Als Beweis liegen den E-Mails Kalendereinträge im .ics-Format bei, weil der echte Beitragsservice solche Dateien tatsächlich anbietet. Die Betrüger kopieren damit ein reales Feature, um Vertrauen zu erzeugen.
Den Empfängern wird eine Überweisung von 55,08 Euro (aktueller Quartalsbeitrag) innerhalb von nur einem Tag abverlangt. Wer nicht zahlt, bekommt keine Mahnung, sondern einen sofortigen Zahlungsdruck. Die angegebene IBAN führt nicht zum Beitragsservice, sondern auf ein Konto bei einer spanischen Bank mit deutscher Niederlassung.
Seit dem 15. Mai 2026 hat die Kampagne eine weitere Variante: Betrüger melden sich nun auch bei Personen, die den Beitrag für das Quartal bereits bezahlt haben. Unter dem Vorwand einer „Systemmigration“ wird eine angebliche Rückerstattung der geleisteten Zahlung angekündigt, gleichzeitig soll erneut überwiesen werden. Wer Bankwarnungen der Empfängerüberprüfung erhält, wird in der Mail explizit aufgefordert, diese zu ignorieren und die Zahlung trotzdem durchzuführen.
Woran man die Fälschung erkennt
- Die Beitragsnummer in der E-Mail (z.B. 826 737 149) stimmt nicht mit der persönlichen Beitragsnummer des Empfängers überein.
- Die Anrede lautet generisch „Sehr geehrte Damen und Herren“, keine persönliche Nennung.
Es werden Rabatte bei Vorauszahlung beworben (95,00 Euro statt 110,16 Euro halbjährlich oder 175,00 Euro statt 220,32 Euro jährlich). Solche Vergünstigungen bietet der echte Beitragsservice nicht an. - Der Absender der E-Mail endet nicht auf @rundfunkbeitrag.de. In bekannten Fällen kommt die Mail von Domains wie acuityscheduling.com.
- Die E-Mail verwendet ein veraltetes Logo des Beitragsservice.
- Die angegebene IBAN gehört nicht zu den offiziellen Bankverbindungen des Beitragsservice. Ausländische Konten sind ein klares Warnsignal.
- .ics-Kalendereinträge sollten nicht heruntergeladen werden. Sie können Schadsoftware enthalten.
Der Beitragsservice versendet grundsätzlich keine Zahlungsaufforderungen per E-Mail.
- E-Mail nicht beantworten, keine Anhänge herunterladen, keine Links anklicken.
- Keine Überweisung vornehmen, unabhängig davon wie legitim das Schreiben wirkt.
- Wer sich unsicher ist, ob eine E-Mail echt ist, sollte direkt auf rundfunkbeitrag.de nachschauen oder dort über das Kontaktformular anfragen.
- Wer bereits überwiesen hat, sollte sofort seine Bank kontaktieren und eine Rückbuchung veranlassen, sowie Anzeige bei der Polizei erstatten.