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WhatsApp-Kettenbrief: Falschbehauptung über KI-Zugriff verbreitet sich viral

Seit dem Wochenende kursiert in WhatsApp-Gruppen ein Kettenbrief, der Nutzer in Panik versetzt: Die Meta-KI habe ab sofort Zugriff auf alle privaten Chats und Telefonnummern. Gruppenadmins sollen sofort den „Erweiterten Chat-Datenschutz“ aktivieren, sonst könne die KI Nachrichten mitlesen und persönliche Daten vom Telefon abrufen. Das klingt bedrohlich und wurde entsprechend massenhaft weitergeleitet. Der Inhalt ist jedoch falsch.

Was der Kettenbrief behauptet

Die aktuell kursierenden Varianten klingen in etwa so: „Ab Samstag ist KI in WhatsApp verfügbar und hat Zugriff auf alle Chats. Alle Gruppen-Admins sollten daher die Option ‚Erweiterter Datenschutz‘ aktivieren. Andernfalls kann die KI Gruppennachrichten öffnen, Telefonnummern sehen und sogar persönliche Daten von Ihrem Telefon abrufen.“

Was davon stimmt und was nicht

WhatsApp-Chats bleiben Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Weder Meta noch die KI-Funktion haben automatischen Zugriff auf den Inhalt privater Nachrichten oder auf Telefonnummern. Die KI-Funktionen in WhatsApp, etwa @Meta AI, können Chatinhalte nur dann verarbeiten, wenn ein Nutzer sie aktiv aufruft. Es gibt keinen stillen Hintergrundzugriff.
Die Funktion „Erweiterter Chat-Datenschutz“ existiert tatsächlich, sie ist seit April 2025 verfügbar. Was sie tut: Sie verhindert das automatische Speichern von Medien in der Gerätegalerie, blockiert den Chat-Export und deaktiviert den Aufruf von Meta AI per @-Zeichen in diesem Chat. Kein Notfallschalter gegen eine mitlesende KI, sondern eine Zusatzoption, die bestimmte Komfortfunktionen einschränkt.
Die Behauptung, nur Gruppenadmins könnten diese Funktion aktivieren, ist ebenfalls falsch. Jedes Mitglied einer Gruppe kann den erweiterten Chat-Datenschutz selbst einschalten.

Warum trotzdem Vorsicht angebracht ist

Der Kettenbrief ist zwar in seinen Kernaussagen falsch. Aber er trifft auf ein Thema, das tatsächlich nicht trivial ist: Meta rollt laufend neue KI-Funktionen aus, und die Datenschutzimplikationen sind nicht immer transparent kommuniziert. Wer in einem Chat @Meta AI aufruft, überträgt dabei Inhalte an Meta-Server. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gilt für diesen Pfad nicht mehr, weil die KI die Daten ja verarbeiten muss.
Das eigentliche Problem ist also weniger ein heimlicher Zugriff als die Frage, was passiert, wenn Nutzer die KI bewusst oder unbedacht einsetzen. In Gruppen mit sensiblen Inhalten kann das relevant sein.

Handlungsempfehlungen
  • Den Kettenbrief nicht weiterleiten. Jede Weiterleitung verbreitet falsche Informationen und erzeugt unnötige Panik.
  • Wer mehr Kontrolle in bestimmten Chats möchte, kann den erweiterten Chat-Datenschutz aktivieren: Chat öffnen, oben auf den Chatnamen tippen, nach unten scrollen, Funktion aktivieren.
  • Grundsätzlich gilt: KI-Funktionen in Messenger-Apps nur bewusst und gezielt nutzen, nicht unbedacht in vertraulichen Gruppen.
  • Wer nicht möchte, dass Meta AI in Gruppenunterhaltungen verfügbar ist, kann es pro Chat deaktivieren.