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Phishing-Welle trifft Volksbank- und Commerzbank-Kunden mit KI-generierten Mails

Kriminelle verschicken derzeit gefälschte Nachrichten im Namen der Volksbanken Raiffeisenbanken und der Commerzbank. Das berichtet CHIP unter Berufung auf die Verbraucherzentrale. Ziel der Betrüger ist es, Empfänger zur Eingabe persönlicher Informationen auf betrügerischen Webseiten zu bewegen. Besonders die angeblichen Sicherheitsmaßnahmen wirken auf den ersten Blick glaubwürdig.

Was ist passiert?

Eine aktuelle Phishing-Mail im Namen der Volksbanken Raiffeisenbanken warnt vor einem angeblichen Ablauf der VR-SecureGo-App. Nutzer sollen die Anwendung bis zu einer genannten Frist reaktivieren und gelangen über einen auffälligen Button zu einer betrügerischen Seite. Eine allgemeine Anrede, eine verdächtige Absenderadresse und künstlicher Zeitdruck entlarven den Betrugsversuch laut Verbraucherzentrale.

Auch Kunden der Commerzbank stehen im Fokus einer Phishing-Kampagne. Eine E-Mail behauptet, die photoTAN-App laufe ab und eine schnelle Datenaktualisierung sei erforderlich. Mit Aussagen wie einer angeblichen Bearbeitungsdauer von nur wenigen Minuten versuchen die Täter, Vertrauen aufzubauen und schnelles Handeln auszulösen.

Die aktuelle Welle reiht sich in eine längere Serie ähnlicher Kampagnen ein. Bereits im Februar 2026 registrierten Verbraucherschützer laut einem Bericht von ad-hoc-news eine professionelle Smishing-Welle, die zusätzlich auch Kunden von N26 und easybank betraf und ebenfalls auf täuschend echte SMS-Texte ohne Grammatikfehler setzte. Ein aktueller Bedrohungsbericht der Sicherheitsfirma KnowBe4 liefert eine mögliche Erklärung für diese Entwicklung: Laut dem Bericht wurden 86 Prozent aller Phishing-Angriffe der vergangenen sechs Monate mit KI-Unterstützung durchgeführt, und während klassische Phishing-Mails nur eine Klickrate von 12 Prozent erreichen, kommen KI-gestützte Kampagnen auf 54 Prozent.

Wer ist betroffen?

Im Mittelpunkt der aktuellen Welle stehen Kunden der Volksbanken Raiffeisenbanken und der Commerzbank. Frühere und parallele Wellen richteten sich laut den ausgewerteten Berichten zusätzlich gegen Kunden von N26, easybank, der Sparkasse, PayPal, Comdirect und der Deutschen Bank. Betroffen sind in erster Linie Privatpersonen, die per E-Mail oder SMS kontaktiert werden. Vereinzelt gerieten laut Berichten auch Unternehmen ins Visier ähnlicher Maschen, etwa durch gefälschte Mails zur angeblichen Aktualisierung von Unternehmensdaten.

Was bedeutet das für Unternehmen/Privatpersonen?

Für Privatpersonen besteht die unmittelbare Gefahr, persönliche Zugangsdaten und TAN-Informationen auf einer gefälschten Seite einzugeben und dadurch die Kontrolle über das eigene Online-Banking zu verlieren. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass seriöse Banken sicherheitsrelevante Änderungen in der Regel über ihre offiziellen Kanäle ankündigen, niemals über einen Link in einer unaufgeforderten Mail. Wer bereits Daten über eine verlinkte Seite eingegeben hat, sollte sofort die eigene Bank kontaktieren und den Zugang zum Online-Banking absichern.

Für Unternehmen bedeutet die zunehmende Professionalisierung solcher Kampagnen vor allem einen wachsenden Aufwand bei der Sensibilisierung von Mitarbeitenden und Kunden. Da KI-generierte Nachrichten kaum noch an Rechtschreibfehlern zu erkennen sind, reicht die klassische Erkennung allein nicht mehr aus. Phishing zählt nach wie vor zu den häufigsten Betrugsarten im Internet und trifft sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen gleichermaßen.

Handlungsempfehlungen
  • Antiviren- und Antiphishing-Software stets aktuell halten
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung für Online-Konten aktivieren
  • Absenderadresse und Inhalt jeder Mail prüfen
  • Niemals Links in Bank-Mails anklicken
  • Unternehmen vor Reaktion immer über offizielle Kanäle bestätigen
  • Bereits Daten eingegeben? Sofort Bank kontaktieren
  • Zugang zum Online-Banking umgehend sperren lassen