Gefälschte Buchungsnachrichten: Hacker täuschen Hotels und Reisende
Kriminelle hacken sich zunehmend in die Accounts von Hotels bei Buchungsplattformen wie Booking.com, Airbnb oder Expedia ein und nutzen den offiziellen Chat, um Gäste mit täuschend echten Nachrichten zu kontaktieren. Da die Nachrichten aus dem echten Buchungssystem stammen und korrekte Reisedaten enthalten, ist der Betrug für Betroffene kaum zu erkennen. Verbraucherzentralen warnen ausdrücklich davor.
Was ist passiert?
Kriminelle verschaffen sich über Phishing-Angriffe auf Hotelmitarbeiter:innen Zugang zu deren Konten, etwa über E-Mails mit scheinbar harmlosen, in Wahrheit aber schadhaften Anhängen. Sobald sie Zugriff auf den Account eines Hotels haben, können sie dessen Buchungen und die zugehörigen Gästedaten einsehen. Solche Vorfälle häufen sich aktuell verstärkt zur Hauptreisezeit, betroffen sind Reisende weltweit.
Wie funktioniert der Betrug?
Über den gekaperten Account verschicken die Täter:innen Nachrichten direkt über den offiziellen Chat der Buchungsplattform an Gäste, deren Reservierung sie einsehen können. Darin werden Reisende unter Zeitdruck aufgefordert, ihre Zahlungsdaten über einen externen Link erneut zu bestätigen, andernfalls drohe die Stornierung der Buchung. Die Nachrichten enthalten dabei echte Reisedetails wie Name, Reisedaten und Buchungsnummer und sind fehlerfrei formuliert. Wer dem Link folgt und dort Kreditkartendaten eingibt, gibt diese direkt an die Täter:innen weiter. Teilweise laufen solche Betrugsversuche auch über WhatsApp oder SMS.
Warum ist das relevant?
Das Perfide an dieser Masche ist die Quelle der Nachricht: Sie kommt aus dem offiziellen Chat der Plattform, was ein hohes Maß an Vertrauen und Seriosität vermittelt. Klassische Warnzeichen wie Rechtschreibfehler oder unbekannte Absender fehlen komplett, da die Angreifer:innen dieselben internen Daten wie Hotelmitarbeitende verwenden. Deshalb wichtig zu wissen: Keine Buchungsplattform oder Unterkunft fordert nachträglich zur erneuten Eingabe von Zahlungsdaten über einen externen Link auf.
- Kontaktieren Sie die Unterkunft bei Zweifeln immer direkt über die offizielle Webseite, nicht über Kontaktdaten aus der verdächtigen Nachricht
- Klicken Sie keine Links in unerwarteten Zahlungsaufforderungen an
- Geben Sie niemals Kreditkartendaten oder Passwörter auf externen Seiten ein, zu denen ein externer Link aus einer Nachricht geführt hat
- Prüfen Sie Zahlungsaufforderungen grundsätzlich kritisch, auch wenn sie aus einem offiziellen Chat oder per WhatsApp kommen
- Melden Sie verdächtige Nachrichten der Buchungsplattform und der Verbraucherzentrale