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Bundesweite Phishing-Kampagne mit gefälschten Behörden-Absendern: Warnung vor angeblicher Betriebsprüfung nach „Prüfungsanordnung gemäß §193 AO“

Zurzeit sind von annähernd allen Landesfinanzministerien und -verwaltungen gefälschte und betrügerische Phishing-Mails im Umlauf. Angekündigt wird darin eine „Außenprüfung gemäß § 193 Abgabenordnung“. Nachdem am 14. Juli Betrugsversuche in Schleswig-Holstein bekannt wurden, warnen nun andere Bundesländer vor diesem scheinbar orchestrierten Betrugsversuch.

Was ist passiert?

Die gefälschten Mails geben vor, von den jeweiligen Landesfinanzministerien bzw. -verwaltungen zu stammen, und kündigen eine steuerliche Außenprüfung nach „Prüfungsanordnung gemäß §193 AO“ an. Im Text wird dazu aufgefordert, eine anhängende PDF zu öffnen. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine HTML-Datei, die beim Öffnen zur Eingabe eines Passworts auffordert. Hierbei handelt es sich um einen Betrugsversuch.

Besonders ist hierbei, dass die Kriminellen anscheinend zeitgleich im gesamten Bundesgebiet diese Mails im Namen der jeweiligen Landesfinanzministerien bzw. -verwaltungen versendet haben.

Bei dieser Phishing-Attacke nutzen die Cyberkriminellen E-Mail-Spoofing. Dabei wird der Absender einer E-Mail technisch so manipuliert, dass sie scheinbar von einem offiziellen Ministerium stammt. Der angezeigte Absender ist jedoch gefälscht

Wer ist betroffen?

Grundsätzlich jede:r, der oder die im Postfach eine solche Mail erhält. Jedoch wirkt diese besonders glaubwürdig auf Selbstständige und Unternehmen, da eine Betriebsprüfung nach § 193 Abgabeordnung typischerweise diese Gruppe betrifft und das Thema entsprechend ernst genommen wird. Die zeitliche Nähe zur allgemeinen Abgabefrist zur Steuererklärung 2026 kann auch Privatpersonen zum Opfer des Betrugsversuchs machen.

Warum ist das gefährlich?

Wer die angehängte Datei öffnet und dort ein Passwort eingibt, gibt dieses direkt an die Angreifer:innen weiter. Da die Mail den Anschein einer offiziellen Behördenkorrespondenz erweckt und mit einer angeblichen Betriebsprüfung ein ernstzunehmendes Thema aufgreift, kann sie erheblichen Druck erzeugen.

Diese Art von Phishing-Kampagne ist besonders gefährlich, weil Empfänger offiziellen Absendern vertrauen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf schädliche Links klicken, infizierte Anhänge öffnen oder vertrauliche Daten preisgeben.

Handlungsempfehlungen
  • Anhang nicht öffnen, keine Daten eingeben und keinen etwaigen Zahlungsaufforderungen nachkommen
  • Mail umgehend löschen
  • Prüfen Sie Inhalt und Absender kritisch. Ein korrekt aussehender Absender allein ist kein Echtheitsnachweis.
  • Legen Sie keine persönlichen oder betrieblichen Daten offen.
  • Nehmen Sie im Zweifel über die Ihnen bekannten offiziellen Kontaktdaten Kontakt mit der Behörde auf.