Hackerangriff auf Stromkunden-Daten aus BW
Hacker haben bei einem IT-Dienstleister Informationen über tausende Haushalte erbeutet. Bankdaten sind wohl nicht betroffen, die Gefahr ist dennoch nicht vorbei.
Was ist passiert?
Ein im Auftrag von Netze BW und Stuttgart Netze tätiges IT-Unternehmen, das den Einbau moderner Stromzähler übernimmt, wurde Ziel eines Cyberangriffs. Über eine Schwachstelle in dessen IT-Systemen verschafften sich Kriminelle Zugriff auf Kundendatensätze und kopierten diese. Betroffen sind vollständige Namen, Adressen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern sowie Seriennummern der installierten Zähler. Zusätzlich wurden Fotos der Zähleranlagen kopiert, die im Rahmen der Montage zur Dokumentation angefertigt worden waren. Zahlungsdaten oder Bankverbindungen waren nach derzeitigem Kenntnisstand nicht Teil des erbeuteten Datensatzes.
Wie kam es zu dem Vorfall?
Die Netzbetreiber selbst wurden nicht angegriffen, sondern ein externer Dienstleister, der in ihrem Auftrag Zähler installiert und dafür Zugriff auf Kundendaten hat. Kein Einzelfall, wie CII-Research Director Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker jüngst in einem Experten-Beitrag für CHIP analysierte, da solche Auftragsverarbeiter oft ein leichteres Ziel für Hacker darstellen als der Konzern selbst und dennoch über dieselben sensiblen Datensätze und Kundendaten verfügen.
Warum ist das relevant?
Mit der Kombination aus Namen, Kontaktdaten und Zählernummern lassen sich täuschend echte Betrugsversuche konstruieren. Denkbar sind etwa gefälschte Anrufe oder Phishing-Mails, die sich glaubwürdig auf den tatsächlichen Zählerwechsel beziehen, um darüber Zugangsdaten oder Zahlungen zu erschleichen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und die betroffenen Netzbetreiber warnen ausdrücklich vor solchen Folgetaten und weisen darauf hin, dass Techniker:innen sich stets mit einem offiziellen Dienstausweis legitimieren.
- Seien Sie bei unerwarteten Anrufen oder E-Mails rund um Ihren Stromzähler besonders vorsichtig
- Klicken Sie keine Zahlungslinks in unerwarteten Nachrichten an
- Lassen Sie sich von Techniker:innen vor Ort immer den offiziellen Dienstausweis zeigen
- Geben Sie am Telefon oder per Mail niemals Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen preis
- Prüfen Sie bei Zweifeln direkt über die offizielle Website oder Hotline Ihres Netzbetreibers nach
- Melden Sie verdächtige Kontaktversuche Ihrem Netzbetreiber