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Verbraucherzentrale warnt vor gefälschten Rechnungen unbekannter Online-Dienste

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt derzeit vor einer Welle betrügerischer Rechnungen und Mahnungen. Betroffene erhalten Zahlungsaufforderungen von Online-Diensten, mit denen sie nach eigenen Angaben nie einen Vertrag abgeschlossen haben. Hinter verschiedenen Anbietern soll nach Angaben der Verbraucherzentrale dieselbe Firma mit Sitz in Hongkong stehen.

Was ist passiert?

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erhalten derzeit zahlreiche Betroffene Rechnungen für angeblich abgeschlossene Online-Abonnements. Die Forderungen stammen von der Margot Brands Limited mit Sitz in Hongkong und beziehen sich unter anderem auf die Dienste NovavitaliaBongo-ChatAstrolonova und NovaMenstruHilfe. Viele Empfänger:innen geben an, die genannten Dienste weder genutzt noch einen Vertrag abgeschlossen zu haben.

Wie funktioniert die Betrugsmasche?

Die Täter:innen verschicken zunächst Rechnungen für vermeintlich abgeschlossene Online-Dienste. Bestreiten Betroffene den Vertragsabschluss, legen die Betreiber scheinbare Nachweise wie E-Mail-Adresse, Datum, Uhrzeit oder sogar eine IP-Adresse vor, um ihre Forderung glaubwürdig erscheinen zu lassen. Anschließend wird häufig angeboten, den angeblichen Vertrag gegen Zahlung eines reduzierten Betrags zu widerrufen oder zu kündigen. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale könnten die verwendeten personenbezogenen Daten aus früheren Datenlecks oder dem Handel mit personenbezogenen Daten stammen.

Warum ist das gefährlich?

Die Masche setzt gezielt auf Verunsicherung. Durch die Verwendung echter persönlicher Daten und vermeintlicher technischer Nachweise wirken die Rechnungen auf viele Betroffene glaubwürdig. Tatsächlich belegen diese Informationen jedoch nicht, dass ein Vertrag wirksam abgeschlossen wurde.

Kriminelle nutzen bekannte Daten aus früheren Sicherheitsvorfällen, um Vertrauen zu schaffen und Menschen zu einer vorschnellen Zahlung zu bewegen. Unerwartete Rechnungen sollten daher immer sorgfältig geprüft und keinesfalls aus Angst vor Mahnungen oder rechtlichen Konsequenzen ungeprüft bezahlt werden.

Handlungsempfehlungen
  • Zahlen Sie keine Rechnungen für die sie keine Verträge abgeschlossen haben
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Mahnungen, Fristen oder Inkassoschreiben bedeuten nicht immer, dass die Forderung berechtigt ist
  • Widersprechen Sie einem gerichtlichen Mahnbescheid fristgerecht
  • Holen Sie sich Unterstützung. Bei Unsicherheiten können Verbraucherzentralen oder eine Rechtsberatung weiterhelfen