LKA warnt: Gestohlene Daten werden oft erst Jahre später missbraucht
Das LKA Schleswig-Holstein und der „Weisse Ring“ warnen vor wachsender Gefahr durch Identitätsdiebstahl. Einmal gestohlene Daten wie Name, Adresse oder Geburtsdatum werden dabei nicht nur einmal, sondern teils erst Jahre später erneut missbraucht.
Was ist passiert?
Das LKA Schleswig-Holstein und der „Weisse Ring“ warnen in einer gemeinsamen Pressemitteilung vor den Folgen von Identitätsdiebstahl. Kriminelle nutzen gestohlene persönliche Daten wie Name, Adresse, Geburtsdatum, Telefonnummer oder Bankverbindung gezielt als Geschäftsmodell, etwa um im Namen anderer Personen Verträge abzuschließen oder Straftaten zu begehen.
Wie funktioniert der Betrug?
Täter:innen kommen meist über Phishing-Mails, SMS oder Messenger-Nachrichten, die angeblich von Banken, Paketdiensten, Online-Shops oder Behörden stammen, an sensible Daten. Besonders gefährlich wird es, wenn mehrere Datenquellen kombiniert werden. Aus echten Einzeldaten lässt sich so eine vollständige, missbrauchbare Identität zusammensetzen. Entscheidend ist dabei, dass die Daten nicht nur einmal verwendet werden, sondern wie ein wiederverwertbarer Rohstoff gehandelt werden. Dem LKA sind Fälle bekannt, in denen Daten gestohlen und erst Jahre später erneut genutzt wurden, etwa für einen Fake-Account. Für neue Fake-Profile reichen laut BSI mitunter schon öffentlich sichtbare Informationen wie Bilder, Geburtsdatum oder Beruf aus.
Warum ist das relevant?
Identitätsdiebstahl zeigt sich für Betroffene oft nicht sofort, sondern erst durch unerwartete Folgen im Alltag, wie zum Beispiel unbekannte Kontoabbuchungen, Inkassoschreiben für nie bestellte Ware oder Hinweise auf nie abgeschlossene Verträge. Weil Daten über Jahre hinweg wiederverwendet werden können, bleibt die Gefahr auch lange nach einem eigentlichen Datenleck bestehen, ein einmal erfolgter Datenabfluss ist also kein abgeschlossenes Risiko.
- Sparsam mit persönlichen Daten in sozialen Netzwerken und auf Plattformen umgehen, nur so viel preisgeben wie nötig
- Für verschiedene Dienste unterschiedliche Nutzernamen und E-Mail-Adressen verwenden
- Starke, unterschiedliche Passwörter nutzen, idealerweise mit einem Passwort-Manager
- Wo möglich Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
- Links und Anhänge in E-Mails, SMS und Messenger-Nachrichten konsequent prüfen, bevor man klickt
- Kontoauszüge, Schufa-Auskünfte und Post regelmäßig auf unbekannte Abbuchungen, Inkassoschreiben oder Vertragshinweise kontrollieren