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Betrüger:innen übernehmen Händler:innenkonten für gefälschte Autoinserate

Eine Täter:innengruppe hat sich Zugang zu echten Konten seriöser Fahrzeughändler:innen verschafft und darüber tausende gefälschte Inserate geschaltet. Käuferinnen und Käufer überwiesen ihr Geld dabei auf von den Täter:innen kontrollierte Konten, mehr als 660.000 Euro Schaden sind entstanden.

Was ist passiert?

Eine Täter:innengruppe verschaffte sich unberechtigten Zugang zu Benutzer:innenkonten seriöser Fahrzeughändler:innen auf Online-Plattformen und veröffentlichte darüber gefälschte Fahrzeuganzeigen. Bei manchen Verkäufen fälschten die Täter:innen zusätzlich Rechnungen, sodass Käuferinnen und Käufer ihr Geld nicht an den Händler:innen, sondern auf von der Gruppe kontrollierte Konten in Deutschland und Spanien überwiesen. Seit September 2025 sollen mehrere hundert Händler:innenkonten übernommen und über 5.000 gefälschte Inserate geschaltet worden sein, der Gesamtschaden liegt bei über 660.000 Euro.

Wie wurde der Betrug aufgedeckt?

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern und die Kriminalpolizei Coburg ermittelten gemeinsam mit rumänischen Behörden. Anfang Juli gelang der Zugriff: In Râmnicu Vâlcea, was auch „Hackerville“ genannt wird, wurden zwei mutmaßliche Täter festgenommen, dabei wurden Bargeld und Goldmünzen im Wert von rund 100.000 Euro sichergestellt. Beide befinden sich inzwischen in Deutschland in Untersuchungshaft.

Warum ist das relevant?

Anders als bei klassischem Phishing stammen die Inserate hier von echten, seriösen Händler:innenprofilen, nicht von gefälschten Absender:innen. Eine Prüfung, ob das Angebot von einem etablierten, echten Anbieter stammt, reicht also nicht mehr aus, wenn Konten übernommen statt nachgeahmt werden. Entscheidend wird dadurch weniger die Quelle des Inserats als der tatsächliche Zahlungsweg.

Handlungsempfehlungen
  • Kontodaten vor einer Überweisung immer direkt bei Händler:innen verifizieren, unabhängig davon, wie seriös das Inserat oder Profil wirkt
  • Rechnungen kritisch prüfen, insbesondere ob Kontoinhaber:in und Händlername übereinstimmen
  • Größere Summen möglichst nicht per Vorkasse überweisen, sondern sichere Zahlungswege oder eine persönliche Übergabe bevorzugen
  • Bei Zweifeln an einer Rechnung oder Kontoverbindung: telefonisch beim Händler oder der Händlerin über eine unabhängig recherchierte Nummer nachfragen, nicht über Kontaktdaten aus dem Inserat selbst