Zum Inhalt springen

Gefälschte Umfragen zur Wahl in Sachsen-Anhalt im Umlauf

Seit Kurzem sind über die Plattform X (vormals Twitter) gefälschte Wahlumfragen im Umlauf, die den Anschein erwecken, von dem renommierten Meinungsforschungsinstitut Insa zu stammen. In der Umfrage wird dargestellt, dass die AfD nach neuesten Hochrechnungen 46 % aller Stimmen erhalten werde, während die Grünen an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. An diesem Beispiel wird die gestiegene Gefahr politischer Desinformationskampagnen sichtbar.

Was ist passiert

Auf der Social-Media-Plattform X (vormals Twitter) ist eine gefälschte Umfrage in Umlauf gebracht worden, in der die sogenannte Sonntagsfrage mit 46 % für die AfD ausgefallen sein soll, während die Grünen an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Das Meinungsforschungsinstitut Insa, in dessen Namen die Umfrage vorgeblich erstellt wurde, wies die Urheberschaft zurück; die Mitteldeutsche Zeitung, welche diese angeblich in Auftrag gegeben hat, behält sich rechtliche Schritte vor.

Europaweit kommt es immer wieder vor Wahlen zu Desinformationskampagnen in sozialen Netzwerken, die mitunter hunderttausende Menschen erreichen können. Oftmals wird bei den manipulativen Inhalten die Urheberschaft gefälscht und vorgegeben, von einem seriösen Medienhaus oder einer öffentlichen Stelle zu stammen. Wer solche Kampagnen initiiert, kann meist nicht endgültig geklärt werden, wobei seit geraumer Zeit vermutet wird, dass diese im russischen Interesse stehen.

Warum ist das relevant?

Manche Menschen machen ihre Wahlentscheidung von Wahlprognosen abhängig, indem sie beispielsweise ihre Stimme bevorzugt einer vermeintlich aussichtsreichen Partei geben. Andere verzichten bewusst auf die Wahl einer Partei, die laut einer Prognose an der Fünfprozenthürde scheitern könnte, da sie ihre Stimme andernfalls als „vergeudet“ betrachten. Basieren solche Entscheidungen auf gefälschten oder manipulierten Umfragen, kann dies zur gezielten Beeinflussung des Wahlverhaltens führen.

Solche Manipulationsversuche können den Interessen einzelner Gruppen oder ausländischer Akteure dienen, die dadurch ihren politischen Einfluss vergrößern wollen. Gleichzeitig können sie das demokratische System beeinträchtigen, das auf Transparenz, fairen Wettbewerbsbedingungen und dem Vertrauen der Bevölkerung in politische Prozesse beruht. Werden Wahlumfragen gezielt verzerrt und weichen sie erheblich vom späteren Wahlergebnis ab, kann dies zudem das Vertrauen in die Aussagekraft politischer Umfragen schwächen.

Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass auch das Vertrauen in überparteiliche Institutionen und Akteure – etwa seriöse Umfrageinstitute und etablierte Medien – beschädigt wird. Gefälschte Prognosen können somit nicht nur kurzfristig das Wahlverhalten beeinflussen, sondern auch langfristig das Vertrauen in demokratische Informations- und Entscheidungsprozesse unterminieren.

Handlungsempfehlungen
  • Quellen prüfen: Wer veröffentlicht bzw. verbreitet die Umfrage? Haben die Medienhäuser oder Umfrageinstitute diese Zahlen ebenfalls veröffentlicht?
  • Inhalte hinterfragen: Ist die Diskrepanz zu anderen/älteren Werten plötzlich deutlich höher oder ist der Post stark emotionalisierend?
  • Andere Quellen vergleichen: Haben andere Umfrageinstitute oder Medienhäuser ähnliche Zahlen ermittelt oder veröffentlicht?