Datenpanne bei Kleinanzeigen macht personalisiertes Phishing wahrscheinlicher
Über eine unzureichend geschützte Schnittstelle konnten Angreifer:innen bei Kleinanzeigen E-Mail-Adressen mit Profildaten verknüpfen. Passwörter waren nicht betroffen, die Kombination der Daten macht künftige Phishing-Nachrichten aber deutlich glaubwürdiger.
Was ist passiert?
Kleinanzeigen informiert seine Nutzer:innen darüber, dass eine technische Schnittstelle des Marktplatzes missbraucht wurde. Über diese Schnittstelle ließ sich anhand einer E-Mail-Adresse prüfen, ob überhaupt ein Kleinanzeigen-Konto dazu existiert. War das der Fall, konnten Angreifer:innen zusätzlich öffentlich sichtbare Profildaten mit dieser Adresse verknüpfen. Das heißt, dass Profilname, Nutzer-ID, Anzahl der Anzeigen und Registrierungsdatum sichtbar waren. Kleinanzeigen hat die Lücke inzwischen geschlossen und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für betroffene Konten eingeführt. Passwörter waren laut dem Unternehmen zu keinem Zeitpunkt betroffen.
Warum sind eigentlich harmlose Daten hier ein Problem?
Jede einzelne dieser Informationen ist für sich genommen ohnehin öffentlich auf Kleinanzeigen einsehbar, niemand musste dafür in ein geschütztes System eindringen. Das eigentliche Risiko entsteht erst durch die Verknüpfung mit der E-Mail-Adresse. Eine Phishing-Mail, die den echten Profilnamen, die Anzahl der eigenen Anzeigen oder das Registrierungsdatum nennt, wirkt deutlich authentischer als eine generische Massen-Mail, da sie Einblicke in real existierende Umstände gibt. Bislang sind keine Fälle bekannt, in denen diese Daten bereits für konkreten Betrug genutzt wurden, das kann aber auch bedeuten, dass Kriminelle die gesammelten Datensätze erst noch für einen späteren Einsatz zusammenlegen.
Warum ist das relevant?
Der Fall zeigt, dass ein Datenleck nicht zwingend Passwörter oder Zahlungsdaten betreffen muss, um gefährlich zu werden. Schon scheinbar belanglose Profilinformationen reichen, um Phishing-Nachrichten glaubwürdiger und damit wirksamer zu machen. Wer auf Kleinanzeigen aktiv ist, sollte deshalb in den kommenden Wochen bei Nachrichten mit Kleinanzeigen-Bezug besonders genau hinschauen.
- Bei Nachrichten, die angeblich von Kleinanzeigen stammen, genau prüfen, auch wenn sie persönliche Details wie den eigenen Profilnamen enthalten
- Keine Links aus unerwarteten E-Mails öffnen, stattdessen Kleinanzeigen direkt über die App oder die bekannte Website aufrufen
- Niemals Passwörter oder Zahlungsdaten über einen Link in einer E-Mail eingeben
- Ein einzigartiges Passwort für das Kleinanzeigen-Konto verwenden, das nirgendwo sonst genutzt wird
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, sofern für das eigene Konto verfügbar