Phishing-Mails zu angeblich fehlender Vignette in Österreich
Betrüger:innen geben sich als österreichische Autobahngesellschaft Asfinag aus und behaupten, es fehle eine gültige Vignette. Die Mails erreichen aktuell auch deutsche Autoreisende und fordern zum Kauf einer Ersatzvignette über einen Phishing-Link auf.
Was ist passiert?
Im Umlauf sind E-Mails, die vorgeben, von der Asfinag oder deren Service-Centern zu stammen. Sie behaupten, bei der Nutzung des österreichischen Autobahnnetzes habe keine gültige Vignette vorgelegen, und drohen mit einer Geldstrafe von bis zu 3.000 Euro. Um das angeblich zu vermeiden, sollen Empfänger:innen über den Button „Ersatzmaut jetzt bezahlen“ eine rückwirkende 10-Tages-Vignette für 12,36 Euro kaufen. Der Button führt allerdings zu einem Phishing Link, über den Kreditkartendaten abgegriffen werden.
Was macht die Masche so wirksam?
Die Mail nutzt das Asfinag-Design und wirkt damit auf den ersten Blick echt. Entscheidend ist aber die Kombination aus einer hohen angedrohten Strafe (3.000 Euro) und einem vergleichsweise kleinen, fast schon unauffälligen geforderten Betrag (12,36 Euro). Diese Spanne senkt die Hemmschwelle zu zahlen, statt die Forderung zu hinterfragen. Wer bereits einmal ohne gültige Vignette unterwegs war oder sich unsicher ist, ist zusätzlich anfälliger für diesen Betrug.
Warum ist das relevant?
Wer Kreditkartendaten auf der gefälschten Seite eingibt, riskiert nicht nur den kleinen geforderten Betrag an die Betrüger:innen zu verlieren, sondern auch deutlich höhere unautorisierte Abbuchungen. Die Absenderadresse verrät die Fälschung meist sofort, wird aber leicht übersehen, wenn man sich allein am vertrauten Design orientiert.
- Absenderadresse genau prüfen, nicht nur auf Design und Logo vertrauen
- Keinesfalls auf den Link in der Mail klicken oder darüber Zahlungsdaten eingeben
- Eine Vignette ausschließlich über offizielle Kanäle wie den Asfinag-Mautshop oder autorisierte Verkaufsstellen kaufen
- Bei Unsicherheit direkt die offizielle Asfinag-Website aufrufen, statt Links aus der E-Mail zu folgen
- Bei bereits eingegebenen Kreditkartendaten: umgehend die eigene Bank informieren und Kontoumsätze auf unautorisierte Abbuchungen prüfen