Phishing-Attacke auf Bundestagsabgeordnete: Gefälschte Mail von Nius-Account
Die Bundestagsverwaltung warnt vor einer laufenden Phishing-Kampagne gegen Abgeordnete, bei der eine kompromittierte E-Mail-Adresse des Online-Portals Nius als Absender diente. In mehreren Abgeordnetenbüros wurden bereits Zugangsdaten eingegeben, ein Datenabfluss wird nach aktueller Einschätzung jedoch ausgeschlossen.
Was ist passiert?
Seit spätestens Dienstag, 22.09.2026 waren E-Mails im Umlauf, die von der Adresse eines echten Nius-Mitarbeiters verschickt wurden, dessen Account zuvor kompromittiert worden war. Die Mail enthielt eine PDF-Datei mit einem angeblichen Projektvorschlag, die Nutzer:innen jedoch zu einer Seite weiterleiten sollte, auf der Zugangsdaten eingegeben werden konnten. Laut Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz wurde die Mail an insgesamt 560 Abgeordnete verschickt, in vier Büros erfolgten tatsächlich Eingaben von Benutzername und Kennwort. Betroffen waren Abgeordnete verschiedener Parteien, auch mehrere Mitglieder des bayerischen Landtags erhielten die Nachricht.
Wie funktioniert der Angriff?
Weil die Mail von einem echten, bereits gekaperten Account eines Journalisten stammte, entfielen klassische Warnsignale wie eine unbekannte oder gefälschte Absenderadresse vollständig. Zusätzlich setzte die Nachricht auf typischen Handlungsdruck, indem um eine möglichst schnelle Prüfung des angeblichen Projektvorschlags gebeten wurde. Nius selbst bestätigte den Vorfall und informierte Betroffene in einer zweiten Mail, in der zum sofortigen Ändern des Passworts geraten wurde.
Warum ist das relevant?
Der Fall zeigt, dass auch professionelle Umfelder wie der Bundestag anfällig für Phishing bleiben, sobald ein Angriff über einen bereits kompromittierten, vertrauenswürdigen Absender läuft. Nach Einschätzung der Bundestagsverwaltung ermöglichte die bloße Kenntnis der eingegebenen Zugangsdaten keinen Zugriff auf die eigentliche IT-Infrastruktur des Bundestags, die betroffenen Kennwörter wurden vorsorglich geändert.
- Öffnen Sie Anhänge auch von bekannten Absender:innen nicht unüberlegt, besonders bei unerwarteten Anfragen
- Prüfen Sie bei Links aus Anhängen die Zieladresse genau, bevor Sie dort Zugangsdaten eingeben
- Fragen Sie bei ungewöhnlichen Anliegen im Zweifel über einen anderen Kanal beim vermeintlichen Absender nach
- Haben Sie bereits Zugangsdaten eingegeben: Ändern Sie umgehend Ihr Passwort und informieren Sie Ihre IT-Abteilung