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Datenabfluss bei Lieferdienst Flink: Kunden erhalten Erpressermails

Nach einem Cyberangriff auf den Berliner Lieferdienst Flink erhalten Kunden Erpressermails. Die Täter sprechen sie mit Vor- und Nachnamen an und verlangen ein Lösegeld in der Kryptowährung Ether. Flink bestätigt den unbefugten Zugriff und rät, nicht zu zahlen.

Was ist passiert?

Die Täter drangen mit den Zugangsdaten eines ehemaligen Mitarbeiters in ein internes System von Flink ein und kopierten Daten von Kunden und Mitarbeitern. Nach Angaben des Unternehmens sind Namen, E-Mail-Adressen, Postanschriften und Telefonnummern betroffen. Passwörter und Zahlungsdaten sollen nicht abgeflossen sein. Der Zugang wurde gesperrt, sobald der Vorfall bekannt wurde.

Zunächst wandten sich die Täter direkt an Flink. Ihre Nachricht ging am Dienstagabend über ein Formular auf der Webseite des Unternehmens ein. Sie forderten Geld in Ether und versprachen im Gegenzug, die Daten zu löschen. Flink hat darauf nach eigenen Angaben nicht reagiert und verhandelt grundsätzlich nicht mit Kriminellen.

Daraufhin schrieben die Täter die Kunden selbst an. In den Mails verlangen sie von jedem Empfänger 0,005 ETH, laut den Berichten rund zehn Euro. Kommen insgesamt 100 ETH zusammen, was nach ihrer Rechnung etwa 235.000 Euro entspricht, wollen sie alle Daten löschen. Andernfalls drohen sie, die Daten zu verkaufen. Den Mails liegt eine Anleitung bei, wie man Ether kauft und verschickt.

Wie groß ist der Schaden?

Die Täter behaupten, Daten von einer Million Kunden und 13.000 Mitarbeitern zu besitzen. Das ist ihre eigene Darstellung und nicht bestätigt. Flink nennt keine Zahlen. Das Unternehmen sagt, es gebe keine Hinweise darauf, dass auch Bestelldetails wie Etage, Name auf dem Klingelschild oder Lieferhinweise abgeflossen sind. Ausschließen kann Flink das aber nicht.

Am Freitag, 25.09.2026, hat Flink seine Kunden direkt über den Vorfall informiert, knapp fünf Stunden nach den ersten Erpressermails. Über eine Missbrauchsmeldung an den Mailanbieter der Täter ließ sich die Flut der Mails zunächst eindämmen. Flink hält es aber für möglich, dass die Täter neue Wege suchen. Bis Samstag gingen im Support nur rund 150 Meldungen von Kunden ein, die Zahl der angeschriebenen Kunden lässt sich deshalb schwer abschätzen. Flink hat Strafanzeige erstattet und nach eigenen Angaben unter anderem das BSI und die Berliner Datenschutzbeauftragte informiert.

Was bedeutet das für Betroffene?

Die Erpressung selbst ist für Kunden meist harmlos, denn wer nicht zahlt, verliert nichts. Das eigentliche Risiko sind die erbeuteten Daten. Mit echten Namen, Adressen und Telefonnummern lassen sich Phishing-Mails, SMS und Anrufe deutlich glaubwürdiger gestalten. Wer als Kunde oder Mitarbeiter von Flink betroffen sein könnte, sollte in den kommenden Wochen besonders aufmerksam sein.