Betrüger stehlen Millionen mit KI-Stimmen
Mithilfe KI-generierter Stimmen und Bilder ahmen Betrüger Polizisten nach und richten Schaden in Millionenhöhe an. Die Anzahl der Vorfälle hat sich in einer Präfektur in Japan im Vergleich zum Vorjahr mehr als verfünffacht.
Mann überweist 72.000 Euro an Betrüger
Ein Mann in Japan erhält einen Anruf, indem es heißt sein Bankkonto sei in einen Betrug involviert und er müsse schnell handeln. Der durchaus nicht leichtgläubige Mann hört nicht nur eine echte Stimme, sondern sieht auch das Gesicht und den Dienstausweis des vermeidlichen Polizisten in einem Video-Call. In eigener Recherche findet er den im Video-Call zu sehenden Polizisten auch mit Foto auf der Website der offiziellen Polizeibehörde. In Bedrängnis gebracht und im Schock überfordert, überweist der Mann insgesamt ca. 12 Millionen Yen (ca. 72.000 Euro) an ein anderes Konto. Erst als es zu spät ist, wendet er sich an die Polizei und realisiert den Betrug.
Betrug mit KI-Fakes nimmt zu
Dieser Fall ist längst kein Einzelfall mehr. Allein in der Präfektur Mie in Japan wurde bis Ende Oktober 144 solcher Fälle registriert mit einem Gesamtschaden von 5,2 Millionen Euro. Diese Summe entspricht zwei Drittel des gesamten, durch Betrugsdelikte verursachten, Schadens in der Präfektur. Auch in Deutschland liest man immer häufiger davon, dass KI-generierte Stimmen, Videos und Bilder dazu genutzt werden Menschen zu betrügen. Das SWR berichtet von einem Fall in Frankfurt, indem ein Mann 90.000€ Kaution an Betrüger zahlt. Dabei wurde nicht nur ein Polizist imitiert, sondern sogar die Stimme der Freundin des Mannes simuliert, um den Vorfall möglichst glaubwürdig darzustellen. Das dafür notwendige Material ist leicht zugänglich: Schon 20-30 Sekunden Audiomaterial, die auf Social-Media Kanälen oft öffentlich zugänglich sind, können reichen, um die Stimme einer echten Person zu imitieren.
- Niemals in Hektik Geld überweisen oder persönliche Daten preisgeben ohne unabhängige Prüfung des Anliegens
- Stell einer vermeidlich privaten Bekanntschaft im Gespräch fragen, die nur die echte Person beantworten kann
- Bei Anrufen von Behörden lohnt sich immer ein zweiter, unabhängiger Anruf, um das Anliegen zu überprüfen