Sicherheitslücken in Dell-Laptops mit Qualcomm-Grafiktreiber
Ein fehlerhafter Grafiktreiber macht mehrere Dell-Notebookmodelle angreifbar. Betroffen ist der Qualcomm-Adreno-GPU-Treiber für Windows, über den Angreifer unter bestimmten Umständen Schadcode ausführen können. Dell stellt bereits seit Dezember 2025 einen korrigierten Treiber bereit und empfiehlt dringend die zeitnahe Aktualisierung.
Fehler im Qualcomm-Adreno-Grafiktreiber
Dell hat bestätigt, dass alle Versionen des Qualcomm-Adreno-Grafiktreibers vor Adreno X1-85/X1-45 Graphics Driver 31.0.121.0 verwundbar sind. Die Schwachstellen betreffen die Verarbeitung von Speicherzugriffen innerhalb des Treibers und können zu Systemabstürzen führen. In ungünstigen Szenarien ist auch die Ausführung von Schadcode möglich.
Adreno ist eine von Qualcomm entwickelte GPU-Reihe, die in mobilen Endgeräten und ausgewählten Notebooks für Grafikdarstellung, Videoverarbeitung und 3D-Beschleunigung zuständig ist. Fehler in dieser zentralen Systemkomponente wirken sich direkt auf die Sicherheit des gesamten Systems aus.
Betroffene Dell-Modelle
Nach Angaben von Dell sind unter anderem folgende Geräte betroffen:
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Inspiron 14 5441
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Inspiron 14 7441
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Latitude 5455
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Latitude 7455
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XPS 13 9345
Alle Geräte, auf denen ein älterer Adreno-Treiber eingesetzt wird, sollten als potenziell verwundbar betrachtet werden.
Zwei Schwachstellen mit hohem Risiko
Die Sicherheitsprobleme gehen auf zwei Schwachstellen im Grafiktreiber zurück, die jeweils als hoch eingestuft wurden:
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CVE-2025-47343 – Speicherzugriffsfehler mit möglicher Schadcode-Ausführung
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CVE-2025-47356 – Manipulierbare Speicheroperationen mit Absturz- oder Kompromittierungsrisiko
Beide Schwachstellen ermöglichen es Angreifern, Speicherbereiche gezielt zu beeinflussen. Zwar sind bislang keine aktiven Angriffe bekannt, erfahrungsgemäß werden Treiber-Lücken dieser Art jedoch häufig für lokale oder vorbereitende Angriffe genutzt.
Was Nutzer jetzt tun sollten
Dell und Sicherheitsexperten raten dazu, den aktualisierten Grafiktreiber zeitnah zu installieren. Die Prüfung und Aktualisierung kann über die Dell-Support-Seite oder über die Dell-Update-Tools erfolgen. Zusätzlich sollte sichergestellt werden, dass auch Windows selbst auf dem aktuellen Patch-Stand ist.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist regelmäßig darauf hin, dass Treiber-Updates ein wesentlicher Bestandteil der IT-Sicherheit sind. Sicherheitslücken in Systemkomponenten werden oft ausgenutzt, bevor sie breit bekannt werden. Eine konsequente Update-Strategie reduziert dieses Risiko erheblich.
- Grafiktreiber prüfen und aktualisieren: Über die Dell-Update-Tools oder das Dell-Support-Portal sicherstellen, dass mindestens der Adreno-Grafiktreiber Version 31.0.121.0 installiert ist.
- Neben dem Treiber auch Windows regelmäßig aktualisieren, um bekannte Sicherheitslücken in Systemkomponenten zu schließen.
- In Unternehmen sollten betroffene Dell-Modelle identifiziert und zeitnah in den Update-Prozess aufgenommen werden.