Gmail-Adresse ändern: Neue Funktion lockt Phishing-Angriffe an
Eine geplante Neuerung bei Gmail sorgte bereits vor ihrer offiziellen Einführung für erhöhte Aufmerksamkeit bei Sicherheitsexperten: Kriminelle nutzen die angekündigte Möglichkeit, die eigene @gmail.com-Adresse zu ändern, gezielt für täuschend echte Phishing-Kampagnen. Noch bevor der Rollout öffentlich bestätigt wurde, beobachteten Sicherheitsforscher eine deutliche Zunahme betrügerischer E-Mails.
Phishing-Kampagnen vor offiziellem Start
Nach Erkenntnissen von Check Point Research tauchten Ende Dezember 2025 erste Phishing-Wellen auf, die sich direkt auf die angeblich neue Gmail-Funktion beziehen. In den Nachrichten wird behauptet, Nutzer müssten ihre Identität bestätigen oder eine neue E-Mail-Adresse aktivieren. Ziel der Angreifer ist es, Anmeldedaten abzugreifen.
Besonders problematisch: Die betrügerischen Nachrichten werden über Googles eigene Infrastruktur versendet und tragen Absenderadressen mit der Domain @google.com. Dadurch wirken sie technisch legitim und umgehen in vielen Fällen Spam- und Sicherheitsfilter.
Missbrauch offizieller Absender erhöht Glaubwürdigkeit
Die geplante Funktion sieht vor, dass Nutzer ihre Gmail-Adresse ändern können, während die bisherige Adresse als Alias bestehen bleibt. Genau diese Übergangsphase nutzen Angreifer aus. Laut Experten entsteht durch fehlende offizielle Informationen ein Unsicherheitsraum, der gezielt für Social-Engineering-Angriffe missbraucht wird.
Unabhängige Sicherheitsforscher beschreiben Gmail-Konten als einen zentralen Zugangspunkt zum digitalen Leben. Über sie laufen Passwort-Zurücksetzungen, Cloud-Dienste, private Kommunikation und oft auch Finanzinformationen. Ein kompromittiertes Gmail-Konto kann daher weitreichende Folgen haben.
Keine E-Mails zur Adressänderung von Google
Sicherheitsexperten weisen ausdrücklich darauf hin, dass Google keine E-Mails mit direkten Links zur Änderung der Gmail-Adresse verschickt. Anpassungen erfolgen ausschließlich innerhalb der Kontoeinstellungen unter „Persönliche Informationen“. Aufforderungen per E-Mail, insbesondere mit Zeitdruck oder Bestätigungslinks, sind ein starkes Warnsignal.
Bis Google den genauen Ablauf der neuen Funktion offiziell kommuniziert, sollten Nutzer besonders aufmerksam bleiben und jede entsprechende Nachricht kritisch prüfen.
- Keine Links in E-Mails anklicken, die zur Änderung oder Bestätigung der Gmail-Adresse auffordern
- Änderungen am Konto ausschließlich direkt über die Google-Kontoeinstellungen vornehmen
- Verdächtige E-Mails melden und löschen, auch wenn sie technisch legitim erscheinen